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Es werden Posts vom August, 2020 angezeigt.

Jugendlicher Vandalismus

 "Es gibt ein Wort, unter dem sich die Straftaten der drei Angeklagten subsummieren lassen", kündigte der Staatsanwalt den Inhalt des folgenden Prozesses an: "Vandalismus in seiner schwersten Form." Die drei jungen Männer im Alter von 19 bzw. 20 Jahren (zum Zeitpunkt des Prozesses im Jänner 2007) hatten in den Jahren 2005 und 2006, als sie noch unter 18 waren, "alles beschädigt, was sich ihnen in den Weg stellte", so der Staatsanwalt. Unter Alkoholfluss demolierten sie Autos, warfen Bänke in einen Teich und ruinierten die Steinquadereinfriedung eines historischen Gebäudes. Der Gesamtschaden lag bei 30.000 Euro. Einer der Angeklagten lebte von der Notstandshilfe, ein zweiter hatte seinen Job bei der Gemeinde aufgrund der Vorfälle verloren, der dritte immerhin seine Lehrstelle behalten können. Zwei der Beschuldigten waren bereit, ein Drittel des angerichteten Schadens zu bezahlen. Der Notstandshilfebezieher jedoch wies auf seine Mittellosigkeit hin. Der Rich...

DNA überführte Uhrendieb

Am 20. März 2000 splitterte in der Fußgängerzone in österreichischer Innenstadtlage das Glas einer Auslagenscheibe, wenig später machte sich der Einbrecher mit Uhren im Wert von 185.000 Euro aus dem Staub. Dabei ließ er in einer engen Gasse einen blutigen Handschuh fallen, der ihm Jahre später zum Verhängnis werden sollte. Am nächsten Tag ereignete sich in einem anderen Bundesland ein zweiter Juweliereinbruch, die Vorgangsweise war ähnlich wie zuvor. Der Täter schlug die Schaufensterscheibe mit einem Vorschlaghammer ein und schnitt das Sicherheitsgitter mit einem Bolzenschneider auf. Am zerbrochenen Fenster wurde eine Blutspur sichergestellt, die zu der DNA-Spur beim ersten Einbruchsdiebstahl passte. Schließlich wurde in einem dritten Bundesland auf wiederum ähnliche Weise ein Juweliergeschäft ausgeräumt, dabei wurde der Einbrecher in einem Auto beobachtet, das er einen Tag zuvor in Ungarn angemietet hatte. Als der Mann, ein 48-jähriger Ungar, 2009 nach einem versuchten Einbruchsdiebst...

15 Monate für Moped-Dieb

Eine „besoffene Geschichte“ war es, was sich die beiden Beschuldigten am 1. Februar 2011 leisteten. Am Heimweg vom Gasthaus, mit jeweils acht Bier intus, stahlen sie ein KTM Moped aus einer Garage. Der beschäftigungslose 25-jährige Einzelhandelskaufmann und sein 27-jähriger fünffach vorbestrafter Freund sollen aus einem nicht versperrten Nebenraum den Garagenschlüssel entnommen, die Garage geöffnet und das Moped gestohlen haben. Der 27-Jährige schob danach das Moped nach Hause, während sein Freund – ohne im Besitz eines Führerscheins zu sein – mit dem Auto heimfuhr. Beide bekannten sich schuldig. Der 27-jährige Haupttäter fasste wegen seines Vorlebens eine empfindliche Strafe aus: Er muss für insgesamt 15 Monate hinter Gitter. Sein Freund, der in einer untergeordneten Rolle beteiligt war, bekam eine Strafe von drei Monaten auf Bewährung sowie eine Geldstrafe von 3.000 Euro. Das Moped wurde übrigens an seinen rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben. Dem 27-Jährigen wollte der Richter dann d...

"Die Klinge ist scharf. Sehr scharf!"

Im Zuge eines Praktikums einer angehenden Heimhelferin kam es am 22. Februar 2011 in einem Altenheim zu einer Auseinandersetzung. Die Praktikantin, eine gebürtige Polin, soll dabei eine andere Frau bedroht haben und stand deshalb vor Gericht. Gleich zu Prozessbeginn kündigte der Verteidiger an, er werde beweisen, "wie aus Neid eine Niedertracht und aus Niedertracht eine falsche Beschuldigung entstanden" sei. „Ich sprach beim Frühstück mit den anderen drei Beschäftigten darüber, dass ich die Kosten für den Heimhelferinnen-Kurs vom AMS ersetzt bekomme“, berichtete die 49-jährige Beschuldigte, die in ihrer Heimat die Krankenschwesternschule absolviert und dann von einer österreichischen Bildungsinstitution die Chance erhalten hatte, die Heimhelferinnen-Ausbildung zu besuchen. Eine der Kolleginnen habe es als „Frechheit“ bezeichnet, dass die Kurskosten der Kollegin bezahlt wurden, und sich darüber geärgert, dass die „eigenen Leute das aus der eigenen Tasche bezahlen müssten“. ...

Rauflustige Frauen

Am 26. Juli 2008 kriegten sich zwei Frauen im wahrsten Sinne in die Haare: Beide waren schon alkoholisiert, als sie vor einer Disco zu raufen begannen. Eine der rauflustigen Frauen wurde, ebenso wie ihr Lebensgefährte, wegen Körperverletzung und gefährlicher Drohung angezeigt. Die 27-jährige Frau, ohne Ausbildung und Beschäftigung, ist Mutter von drei Kindern. Ihr 25-jähriger Lebensgefährte, derzeit wegen eines Suchtgiftdeliktes in Strafhaft, ist Vater von zwei dieser drei Kinder. Eine 18-jährige Besucherin habe im Gastraum „provoziert“, erklärte die 27-jährige Beschuldigte. Als die beiden Frauen vor der Disco zusammentrafen, kam es zu einer Ranglerei, in deren Verlauf die 27-Jährige der Jüngeren eine Ohrfeige verpasste. Die Frauen rissen sich gegenseitig an den Haaren. Außerdem sollen die Worte „Hure“ und „Schlampe“ gefallen sein. Die 18-Jährige behauptete später, sie sei auch vom Lebensgefährten der 27-Jährigen geschlagen worden. Außerdem will sie eine Drohung gehört haben: „Wenn ich...

LKW-Fahrer bestohlen

Seit 2007 hatte eine Diebstahl-Serie LKW-Lenker in Unruhe versetzt, 2010 konnte der Kriminalfall endgültig geklärt werden: Der Täter, ein 35-jähriger Mann aus dem Kosovo, der zuletzt in Tschechien lebte, wurde verurteilt. Nachts war es auf Autobahnrastplätzen immer wieder zu Einbruchsdiebstählen gekommen. Opfer waren vorwiegend LKW-Fahrer aus Rumänien. Sie vermissten nach dem Aufwachen Bargeld und Wertgegenstände. Insgesamt wurden 21 Einbruchsdiebstähle angezeigt. Zunächst hatte der Verdächtige noch geleugnet, die Diebstähle begangen zu haben, obwohl sein Auto im Tatzeitraum auf einem Autobahnrastplatz gefilmt und er bei Behebungsversuchen mit einer gestohlenen Kreditkarte fotografiert worden war. Bei der Verhandlung legte der Angeklagte dann ein umfassendes Geständnis ab. „Warum haben Sie das nicht gleich gesagt? Wir hätten uns ein teures Beweisverfahren erspart!“, hielt die Vorsitzende des Schöffensenats dem Angeklagten vor. Unter anderem musste ein DNA-Gutachten angefertigt werden. ...

Audi war gestohlen

Mit einem gestohlenen Audi A6 im Wert von 30.000 Euro wollte ein Berufskraftfahrer aus der Ukraine am 9. Februar 2010 die Grenze zu passieren. Polizeibeamte hielten den Fahrer an und stellten fest, dass das Auto am 20. Jänner 2010 in Italien gestohlen worden war. Der Lenker wurde verhaftet. Vorige Woche stand der Mann vor Gericht.  Er gab sich unschuldig: „Ich hatte keinen Verdacht, dass das Auto gestohlen sein könnte“, behauptete er. Ein ihm unbekannter Mann habe ihn gebeten, den Audi nach Bratislava zu überstellen.  Auf einem Parkplatz sollte er den teuren Wagen dann an einen ihm ebenfalls unbekannten Empfänger übergeben. „Hat der Mann, der Ihnen das Auto übergab, Ihren Ausweis verlangt?“, wollte der Richter wissen.  „Nein“, antwortete der Beschuldigte.  „Was hätte der gemacht, wenn Sie mit dem Auto irgendwo hin gefahren wären?“, wunderte sich der Richter. „Er hatte meine Handy-Nummer“, wandte der Berufskraftfahrer ein.  „Das Handy kann man jederzeit wegwerf...

„Es war a Rauschg’schicht“

Ein 58-jähriger Notstandshilfebezieher brach Mitte Oktober 2009 in die Kantine eines Freibades ein. „Es war a Rauschg’schicht“, gab der bisher unbescholtene Mann vor Gericht zu. Mit dem Bus sei er damals in die kleine Landgemeinde gefahren.  Er schlug die Glasscheibe der Eingangstüre zur Bad-Kantine ein, zwängte sich durch die Lücke und holte vier Flaschen alkoholische Getränke und eine Konservendose aus dem Inneren.  „In Ihrem Alter sollte man etwas gescheiter werden!“, empfahl der Richter dem Einbrecher und verurteilte diesen zu vier Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Taxler „geschnitten“

Seine Eifersucht ließ ein 40-jähriger Steirer am 30. November 2009 an einem Unbeteiligten aus: Er überholte zweimal jenes Taxi, in dem seine Ex-Freundin saß, und zwang den Taxifahrer zum abrupten Abbremsen. Wegen dieses Vorfalls stand der Mann vor Gericht. „Es tut mir leid, dass ich mich von meiner Eifersucht so hinreißen ließ“, bekannte sich der zuvor unbescholtene Mann schuldig. Ende November 2009 war es zu einem Streit mit seiner damaligen Freundin gekommen. Die Frau ließ den Steirer stehen und rief sich ein Taxi. Das wollte der enttäuschte Mann nicht so ohne weiteres hinnehmen: Er beschimpfte den Taxifahrer und fuhr ihm dann nach. Zweimal überholte er das Taxi und setzte sich nach dem Überholvorgang abrupt vor das Auto, in dem die Ex-Freundin saß. Weil er sich vor Gericht für sein Verhalten entschuldigte, kam er eifersüchtige Ex-Freund in den Genuss einer Diversion: Er musste 100 Stunden gemeinnützige Leistungen erbringen, dann wurde das Verfahren gegen ihn eingestellt.

Pleite mit Holzhäusern

„Er war der Inhaber der Firma. Auf seine Rechnung hat er sie geführt.“ – Das stand für die Richterin am Ende eines Prozesses klar, der sich über mehrere Monate erstreckt hatte. Es ging um den 37-jährigen Repräsentanten einer Firma, die sich 2005 und 2006 mit dem Verkauf von Kleingartenhäusern befasst hatte. Der Angeklagte hatte – nach dem Konkurs seines eigenen Betriebes im Juli 2005 – den Bruder seiner Lebensgefährtin überredet, als Strohmann eine neue Firma zu gründen. Der Angeklagte ließ sich bei dieser Firma anstellen, führte aber in Wahrheit die Geschäfte. „Die finanzielle Situation der beiden war von Anfang an prekär“, heißt es in der Anklageschrift. Fünf Holzhaus-Projekte wurden fertiggestellt, beim sechsten kam es dramatischen Problemen.  Der Auftraggeber, ein Wiener, hatte im Sommer und Herbst 2006 rund 56.000 Euro Anzahlung geleistet, mit dem Bau wurde aber erst im Dezember 2006 begonnen, nachdem die Gebietskrankenkasse wegen Zahlungsverzug bereits den Konkursantrag geg...

"Ich bin ein lustiger Typ"

„Ich bin ein lustiger Typ“, meinte der Beschuldigte vor Gericht. Er hatte einem Polizisten, der ihn verhaften wollte, heftig gegen das Knie getreten. Mit der Exekutive stand der 26-jährige Mann auf Kriegsfuß. Obwohl er erst im September 2009 wegen versuchten Widerstandes gegen die Staatsgewalt verurteilt worden war, legte er sich am Faschingsdienstag 2010 neuerlich mit der Polizei an. Seither saß der aufbrausende junge Mann in Untersuchungshaft. „Hat das Verfahren im September des Vorjahres so wenig Eindruck bei Ihnen hinterlassen?“, wollte der Richter gleich zu Beginn von dem Beschuldigten wissen. „Doch, schon. Aber es kommt auf die Beamten an“, antwortete dieser.  Zu dem Polizeieinsatz am Faschingdienstag war es gekommen, nachdem ein Lokalbesitzer Anzeige gegen den 26-Jährigen erstattet hatte. „Ganz einfach machen Sie es der Polizei auch nicht“, warf der Richter dem Mann vor. „Ich weiß, was da abläuft…“, deutete der Beschuldigte an.  „Sie meinen, Sie sind der zu Unrecht Verf...

Ehemann mit Tod bedroht

Ihren eigenen Ehemann soll eine 40-jährige Frau am 17. November 2008 im gemeinsamen Wohnhaus  mehrmals mit dem Tod bedroht haben. Die Frau, eine gebürtige Slowakin, soll mit zwei Küchenmessern vor ihrem Mann „herumgefuchtelt“– so die Staatsanwaltschaft – und dazu geäußert haben: „Ich machen dir tot!“ und „Du musst weg!“ Wegen dieser Drohungen wurde die Frau zu einer bedingten Haftstrafe im Ausmaß von drei Monaten verurteilt.  Sie hatte zuvor bestritten, bei der Auseinandersetzung mit Messern hantiert zu haben. Ein Polizist, der im November zu dem Zwischenfall gerufen worden war, erklärte vor Gericht, dass er selbst im Vorzimmer der Wohnung zwei Küchenmesser gesehen habe.  Die Frau habe damals alkoholisiert gewirkt und selbst mehr oder weniger zugegeben, dass sie ihren Mann mit den Messern bedroht habe.  „Ich hatte getrunken, betrunken war ich nicht“, ließ die Beschuldigte vor Gericht den Dolmetscher übersetzen. „Niemand hat mich mit einem Messer in der Hand gesehen.“...

Futter für die Hunde gekauft

Von einer privaten Wirtschaftskrise wurde ein Pärchen im Jahr 2005 erfasst: Aufgrund seiner Verschuldung musste ein 43-jähriger Gewerbetreibender Privatkonkurs anmelden. 2009 standen der immer noch mit 260.000 Euro verschuldete Mann und seine 36-jährige ehemalige Lebensgefährtin vor Gericht. Der Staatsanwalt warf den beiden vor, Teile ihres Vermögens zur Seite geschafft und damit Gläubigern vorenthalten zu haben. „Ich nehme das alles auf mich“, bekannte sich der erfolglose Unternehmer schuldig. Er habe seiner Lebensgefährtin Geld gegeben, damit sie für ihn ein Auto kaufen konnte: „Ich bat sie, das Auto auf ihren Namen zu kaufen, weil ich wegen des Konkurses kein Auto kaufen durfte.“ Die ehemalige Lebensgefährtin, mit 60.000 Euro verschuldet, bekannte sich nicht schuldig. Sie habe nichts davon gewusst, dass ihr Freund sich selbst kein Auto kaufen durfte und dass ihr Name am Kaufvertrag stand. Ihr Ex-Lebensgefährte gab weiters zu, seinen Laptop um 400 Euro verkauft, das Geld aber nicht a...

Marihuana mit 14

Mit 14 Jahren begann eine zum Zeitpunkt des Prozesses 21-jährige Frau Marihuana zu konsumieren. Als sie 18 war, sei sie auf Heroin umgestiegen, erzählte die Drogensüchtige vor Gericht. „Durch meinen Freund bin ich in die Drogenszene gekommen“, erklärte sie. „Und wie kommen wir aus der Geschichte wieder heraus?“, wollte der Richter wissen. „Mit Therapie“, schlug die Beschuldigte vor. Konkret warf ihr der Staatsanwalt vor, 700 Gramm Heroin, sowie LSD und Kokain verkauft zu haben., unter anderem in Wien. Im August 2008 wurde die Frau, Mutter eines sieben Monate alten Sohnes, verhaftet. Noch bis Ende Juli 2008 soll sie Drogen verkauft haben. Ihr Verteidiger ersuchte um „Therapie statt Strafe“: „Es geht darum, möglicherweise ein Menschenleben zu retten“, sagte er.  Der Richter verurteilte die Frau zu 15 Monaten Freiheitsstrafe, davon zehn Monate auf Bewährung. Zur Durchführung einer stationären Entzugstherapie bewilligte er einen Strafaufschub.

Nächtlicher Besuch

Seltsame Dinge spielten sich am 17. Juli 2007 in und rund um eine Pension in einer kleinen Ortschaft ab. Eine Brieftasche wurde gestohlen. Doch der, der als Beschuldigter vor Gericht stand, wollte nicht der Dieb gewesen sein. „Ich bekenne mich nicht schuldig!“, stand für den 26-jährigen Angeklagten fest. „Obwohl alles gegen Sie spricht?“, erkundigte sich die Richterin. Am 17. Juli 2007, die Nacht war heiß, wollten seine Kollegen noch einen Bordellbesuch absolvieren, berichtete der junge Mann, der in der Pension einquartiert gewesen war. „Ich ging in mein Zimmer, holte meine Geldtasche, um mir Zigaretten zu kaufen“, so der Beschuldigte. „Ins Bordell wollte ich nicht mitfahren.“ Was danach passierte, hat die Videokamera der nahegelegenen Trafik dokumentiert: Der 26-Jährige lief an der Trafik vorbei und kam drei Minuten später, um zirka 22.30 Uhr, mit nacktem Oberkörper wieder zurück. Später wurde das Leiberl gefunden. Zuvor hatte ein Arbeitskollege des Beschuldigten ein unheimliches Erle...

Buntmetall aus Container gefischt

Buntmetall erfreut sich bei Dieben größter Beliebtheit. So auch bei drei Männern aus Ungarn im Alter von 32, 30 und 52 Jahren. Sie waren eines Tages mit einem ausgeborgten Auto in eine burgenländische Ortschaft gereist. „Als ich in der Werkzeugkiste nach Einbruchswerkzeug suchte, fand ich ein Brecheisen“, berichtete der 30-jährige Beschuldigte dem Gericht. Nur er und sein 32-jähriger Bruder hätten daraufhin das Vorhängeschloss des Containers einer Spenglerei aufgebrochen. Ihr 52-jähriger Bekannter, massiv und sogar wegen Raubes vorbestraft, sei im Auto sitzen geblieben und habe nichts davon mitbekommen, dass sich die beiden gewaltsam Zutritt zum Metall-Container verschafften. „Ich weiß, dass man mir wegen meiner Vergangenheit keinen Glauben schenkt, aber ich möchte Sie bitten, mir zu glauben, dass ich von dem Einbruch nichts wusste“, so der 52-Jährige, der bereits 13 Jahre seines Lebens hinter Gittern verbracht hatte. Zeugen beobachteten, wie sich alle drei Männer an dem offenen Contai...

Cannabis statt harter Drogen

Ein Pärchen hat von 2004 bis 2008 Cannabispflanzen angebaut und insgesamt zwei Kilogramm Cannabiskraut geerntet. Vor Gericht standen sie wegen dieser Drogenproduktion und weil sie einem 21-jährigen Mann Cannabiskraut überlassen haben sollen. Dieser musste sich ebenfalls als Angeklagter verantworten. Die beiden „Hanffarmer“ bestritten, an ihren Bekannten Drogen verkauft zu haben. „Es wurde gemeinsam konsumiert, ihm wurde etwas geschenkt“, behaupteten die 24-jährige Frau und ihr 29-jähriger Lebensgefährte. „Wir wollten ihn von den harten Drogen wegbringen, weil er schon am Arbeitsplatz auffällig wurde“, ergänzte die Frau. Der 21-Jährige steckte am tiefsten in der Drogenszene. „Ich konsumierte ein Gramm Cannabis pro Tag, dazu in der Woche einige Gramm Kokain und Heroin“, berichtete der Beschuldigte. Nach einem massiven Drogenmissbrauch musste er sogar ins Spital eingeliefert werden. Derzeit nehme er eine Ersatzdroge und absolviere eine Psychotherapie, so der junge Mann bei seiner Befragtu...

Fischsterben nach Reinigungsaktion

Wie viele Fische am 12. Juni 2007 in dem Flüsschen ihr Leben lassen mussten, kann nicht genau beziffert werden. „Wir waren hundert Meter unterwegs und haben da schon zwei Eimer tote Fische herausgeholt“, berichtete der Pächter des betroffenen Fischreviers. Danach habe ein heftiges Gewitter eingesetzt, das alle toten Fische wegschwemmte. Die Feuerwehr hat angeblich weitere 20 Kilogramm tote Fische aus dem Wasser geholt. Nach dem Fischsterben stand ein Unternehmer-Ehepaar wegen des Vorwurfs der Umweltbeeinträchtigung vor Gericht. Dem 50-jährigen gewerberechtlichen Geschäftsführer wurde vorgeworfen, Arbeiten in Auftrag gegeben zu haben, die zu einer massiven Wasserverschmutzung und zum Fischsterben führten. Seine Gattin saß als handelsrechtliche Geschäftsführerin des Unternehmens ebenfalls auf der Beschuldigtenbank. Der Firmenchef gab zu, seine Mitarbeiter mit dem Reinigen einer rund 100 Quadratmeter großen Plane beauftragt zu haben. Aus einem Sickerschacht rann Schmutzwasser in den bena...

1,6 Millionen verspekuliert

Einem ehemaligen Mitarbeiter einer Bank wurde vorgeworfen, seinen Dienstgeber massiv geschädigt zu haben. Er soll 1,6 Millionen Euro verspekuliert haben. Der junge Bankangestellte begann 1999 in Wertpapiere zu investieren. Dazu verwendete er seine eigenen Ersparnisse, dann die seiner Lebensgefährtin und seiner Geschwister. Zunächst ging alles gut. Erfreuliche Gewinne motivierten den Bankmitarbeiter, weiter zu spekulieren. Im Jahr 2000 drehte sich der Wind. Die Kurse fielen und der Bankangestellte verpasste den richtigen Zeitpunkt, seine Aktien abzustoßen. Sein Minus konnte er einige Jahre später wieder ausgleichen: 2005 ergaben sich für den Bankangestellten satte Gewinne. Damit konnte er die Verluste, die sich bei ihm und seiner Familie angehäuft hatten, wieder wettmachen. Trotzdem zog sich der Angeklagte damals nicht aus dem Wertpapiergeschäft zurück. Er wollte das Eigenheim, das er mit seiner Lebensgefährtin plante, mit Spekulationsgewinnen finanzieren. Dazu eröffnete er in seiner Ba...

"Die blöden Tabletten"

Wenn er unter Drogeneinfluss stand, dann machte 35-jährige Mann recht viel Blödsinn. Im November 2006 brach er zweimal in einen Notarztwagen des Roten Kreuzes ein, um sich mit Suchtgiftampullen zu versorgen. Anfang März 2007 klaute er in vier Innenstadt-Geschäften offenbar alles, was ihm gerade unter die Hände kam. Ursprünglich stand der beschäftigungslose Mann nur wegen der beiden Einbruchsdiebstähle beim Roten Kreuz vor dem Strafrichter. Weil er auf Unzurechnungsfähigkeit plädierte, wurde der Prozess vertagt. Beim nächsten Verhandlungstermin stand fest: „Laut Gutachten sind Sie zurechnungsfähig!“, erklärte der Richter. Der Drogensüchtige hatte zweimal beim Roten Kreuz mit einem Krampen die Seitenscheibe eines Notarztwagens eingeschlagen und aus dem Suchtgifttresor Ampullen mit verschiedenen suchtgifthältigen Arzneimitteln gestohlen. Erst kurz vor dem zweiten Prozesstermin war der Beschuldigte neuerlich straffällig geworden. „Leider habe ich da wieder Tabletten genommen“, gab der Man...

Bankeinbruch mit 17

Am 1. November splitterte frühmorgens bei einer Bank in einer ansonsten ruhigen Ortschaft das Glas der Türe zum Schalterraum. Ein 17-jähriger Bursche verschaffte sich nach durchzechter Halloweennacht gewaltsam Zutritt zu seiner Hausbank. „So etwas habe ich noch nie bei einem jugendlichen Ersttäter gesehen!“, wunderte sich der erfahrene Richter, vor dem sich der Angeklagte verantworten musste. „Da wird versucht, Zeitungskästen aufzubrechen oder ähnliches, aber dass jemand versucht, bei einer Bank einzubrechen…“ Fündig wurde der Bursche, der zum Tatzeitpunkt 1,9 Promille Alkohol im Blut hatte, im Inneren des Geldinstituts: Er schnappte sich Säcke mit Münzen und leerte das Geld ins Münzzählgerät. Der Polizei erzählte er, dass er den Beleg später zur Bank bringen und sich das Geld am Konto gutschreiben lassen wollte. So weit kam es gar nicht: Durch den Einbruch war bei der unmittelbar benachbarten Polizeiinspektion der Alarm ausgelöst worden. Die Polizisten erwischten den Burschen inflagra...