LKW-Fahrer bestohlen

Seit 2007 hatte eine Diebstahl-Serie LKW-Lenker in Unruhe versetzt, 2010 konnte der Kriminalfall endgültig geklärt werden: Der Täter, ein 35-jähriger Mann aus dem Kosovo, der zuletzt in Tschechien lebte, wurde verurteilt.

Nachts war es auf Autobahnrastplätzen immer wieder zu Einbruchsdiebstählen gekommen. Opfer waren vorwiegend LKW-Fahrer aus Rumänien. Sie vermissten nach dem Aufwachen Bargeld und Wertgegenstände. Insgesamt wurden 21 Einbruchsdiebstähle angezeigt.

Zunächst hatte der Verdächtige noch geleugnet, die Diebstähle begangen zu haben, obwohl sein Auto im Tatzeitraum auf einem Autobahnrastplatz gefilmt und er bei Behebungsversuchen mit einer gestohlenen Kreditkarte fotografiert worden war.

Bei der Verhandlung legte der Angeklagte dann ein umfassendes Geständnis ab.

„Warum haben Sie das nicht gleich gesagt? Wir hätten uns ein teures Beweisverfahren erspart!“, hielt die Vorsitzende des Schöffensenats dem Angeklagten vor.

Unter anderem musste ein DNA-Gutachten angefertigt werden.

„Mein früherer Anwalt hatte mir geraten, nichts zuzugeben“, beteuerte der Angeklagte.

Nun wurde der Kosovare von Anwalt Rudolf Mayer vertreten, der die Taten seines Mandanten so begründete: „Er hat das Geld gebraucht, um seine Familie im Kosovo zu versorgen. Mit 400 Euro können die Leute dort sechs Monate lang überleben.“

„Es ist ein Fall der hohen Eigentumskriminalität“, forderte der Staatsanwalt ein strenges Urteil gegen den in Deutschland neunmal einschlägig vorbestraften Angeklagten.

„Da muss ich schon heftig widersprechen“, wandte der Verteidiger ein. „Da hätten die Leute bei der Bawag ja 5.000 Jahre bekommen müssen! Denen ging es finanziell blendend und es handelte sich um einen Schaden in Milliardenhöhe.“

Der Angeklagte habe hingegen nur eine Gesamtbeute von 5.200 Euro zu verantworten.

„Dieser Vergleich passt nicht: Man kann nicht die Bawag mit Einbrüchen vergleichen“, stellte der Staatsanwalt dazu klar.

Das Urteil für den LKW-Einbrecher lautete auf dreieinhalb Jahre Freiheitsstrafe unbedingt.

Die Behörden in Deutschland hatten bereits einen Auslieferungsantrag gestellt: Dort wurde der Mann ebenfalls wegen mehrfacher Einbruchsdiebstähle auf LKW-Abstellplätzen gesucht.