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Das Testament der toten Tante

Dem 56-jährigen Pensionisten ging es finanziell nicht gut. 949 Euro Pension bekam er monatlich, 150.000 Euro Schulden machten ihm das Leben schwer. Die Zwangsversteigerung seines Einfamilienhauses durch die Bank war bereits anhängig. Am 7. Jänner 2003 war die Tante des 56-Jährigen verstorben. Ohne direkte Nachkommen. Am 3. März 2003 legte der Neffe am Bezirksgericht ein mit 16. November 2001 datiertes Testament vor, das ihn zum Universalerben über ein Vermögen von mindestens 150.000 Euro machen sollte. Zuvor hatte der 56-Jährige am 19. Februar 2003 am Bezirksgericht Einsicht in den Verlassenschaftsakt genommen und zu seinem Entsetzen festgestellt, dass die verstorbene Tante mit einem Testament vom 6. Oktober 2000 nicht ihn, sondern seinen Cousin zum Alleinerben eingesetzt hatte.  Der Cousin hatte auch bereits eine Erbsantrittserklärung abgegeben. "Dadurch wurde der Angeklagte seines erhofften Erbteiles beraubt", berichtete die Staatsanwältin. Das Verhältnis zwischen dem Pens...

Mit EU-Projekt "ins Schwimmen gekommen"

"Ich habe es total unterschätzt", gab ein 47-jähriger Unternehmer zerknirscht vor dem Schöffensenat zu. Die Staatsanwaltschaft hatte ihn wegen schweren Betruges im Zusammenhang mit einem EU-Sozialprojekt angeklagt. Schaden: Mehr als 100.000 Euro. Als Angestellter eines Sozialvereins hatte der 47-Jährige bereits Erfahrung mit Förderprojekten. 1999 machte er sich selbstständig und startete ein Projekt mit dem Ziel, die Frauenbeschäftigung in strukturschwachen Regionen zu erhöhen. Die Idee war, mit EU-Fördergeld rund 300 Mikroprojekte zu unterstützen. Das Budget betrug eine Million Euro, 85% der Kosten sollten gefördert werden, 15% als Eigenmittel aus anderen Quellen aufgebracht werden. Das Projekt lief jedoch komplett aus dem Ruder. "Im Schlussbericht hat der Angeklagte im Jahr 2002 nicht die tatsächlichen Ausgaben verzeichnet, sondern höhere Kosten", erklärte die Staatsanwältin. Damit habe sich der Angeklagte zwar nicht selber bereichert, aber seinen Trägerverein ret...

80 Millionen vom "russischen Investor"

Ein 24-fach vorbestrafter, vielfach gescheiterter Unternehmer hoffte 2006 aufs große Geld: Über einen Vermittler hätte er an 80 Millionen Euro von einem russischen Investor herankommen wollen. "Zweimal bin ich nach Larnaka auf Zypern geflogen", berichtete der 54-Jährige bei einem Betrugsprozess im Jahr 2007. "Dort ist die Sache ständig verschleppt worden. Das hat mich nervös gemacht." Der in seiner Heimat Österreich bei allen Banken kreditunwürdige Ex-Häftling (letzte Entlassung: 15.12.2004) flog wieder nach Hause - ohne Geld. Dabei war er überzeugt gewesen: "Die 80 Millionen sind für mich sicher in der Hand. 50 für Österreich und 30 für weitere Kleinprojekte." Neben ihm auf der Anklagebank saß ein Freund (48) des mehrfach wegen Betrugs verurteilten Mannes. Der 48-Jährige hatte 600.000 Euro Schulden bei der Bank. Damit hatte er vier Reihenhäuser gebaut, leider in Deponienähe, weshalb man seit dem Jahr 2000 vergeblich Käufer suchte. Sein Freund, der 24-fach...