Cannabis statt harter Drogen



Ein Pärchen hat von 2004 bis 2008 Cannabispflanzen angebaut und insgesamt zwei Kilogramm Cannabiskraut geerntet. Vor Gericht standen sie wegen dieser Drogenproduktion und weil sie einem 21-jährigen Mann Cannabiskraut überlassen haben sollen. Dieser musste sich ebenfalls als Angeklagter verantworten.

Die beiden „Hanffarmer“ bestritten, an ihren Bekannten Drogen verkauft zu haben. „Es wurde gemeinsam konsumiert, ihm wurde etwas geschenkt“, behaupteten die 24-jährige Frau und ihr 29-jähriger Lebensgefährte. „Wir wollten ihn von den harten Drogen wegbringen, weil er schon am Arbeitsplatz auffällig wurde“, ergänzte die Frau.

Der 21-Jährige steckte am tiefsten in der Drogenszene. „Ich konsumierte ein Gramm Cannabis pro Tag, dazu in der Woche einige Gramm Kokain und Heroin“, berichtete der Beschuldigte.

Nach einem massiven Drogenmissbrauch musste er sogar ins Spital eingeliefert werden. Derzeit nehme er eine Ersatzdroge und absolviere eine Psychotherapie, so der junge Mann bei seiner Befragtung vor Gericht.

Er soll zum Einkaufspreis rund 1.400 Gramm Cannabis, Kokain und Subistol an andere Personen weitergegeben haben. Er habe auch von dem Pärchen aus dem Bezirk Eisenstadt Cannabis bezogen. „Ich sah selber, dass die beiden Cannabis anbauen.“ Bei seinen Bekannten sei das Cannabis billiger und von besserer Qualität als am Karlsplatz in Wien gewesen, wo er sonst einkaufte.

Der Richter sprach alle drei Beschuldigten schuldig mit der Einschränkung, dass nicht mehr feststellbar sei, welche Menge Cannabiskraut von der 24-jährigen Frau an ihren 21-jährigen Bekannten weitergegeben worden war. „Es liegt einiges im Dunkeln“, so der Richter. „Die erzeugte Menge Cannabiskraut war zum großen Teil für den eigenen Verzehr bestimmt.“

Alle drei Personen erhielten bedingte Haftstrafen, der 21-Jährige im Ausmaß von sechs Monaten, die beiden anderen von jeweils acht Monaten.

Der junge Drogensüchtige bekam außerdem die Weisung, eine stationäre Entzugstherapie zu absolvieren.