Buntmetall aus Container gefischt
Buntmetall erfreut sich bei Dieben größter Beliebtheit. So auch bei drei Männern aus Ungarn im Alter von 32, 30 und 52 Jahren.
Sie waren eines Tages mit einem ausgeborgten Auto in eine burgenländische Ortschaft gereist.
„Als ich in der Werkzeugkiste nach Einbruchswerkzeug suchte, fand ich ein Brecheisen“, berichtete der 30-jährige Beschuldigte dem Gericht. Nur er und sein 32-jähriger Bruder hätten daraufhin das Vorhängeschloss des Containers einer Spenglerei aufgebrochen.
Ihr 52-jähriger Bekannter, massiv und sogar wegen Raubes vorbestraft, sei im Auto sitzen geblieben und habe nichts davon mitbekommen, dass sich die beiden gewaltsam Zutritt zum Metall-Container verschafften.
„Ich weiß, dass man mir wegen meiner Vergangenheit keinen Glauben schenkt, aber ich möchte Sie bitten, mir zu glauben, dass ich von dem Einbruch nichts wusste“, so der 52-Jährige, der bereits 13 Jahre seines Lebens hinter Gittern verbracht hatte.
Zeugen beobachteten, wie sich alle drei Männer an dem offenen Container bedienten. Das entwendete Buntmetall im Wert von 50 Euro wurde sofort zurückgegeben. Die drei Männer saßen bis zum Prozess in Untersuchungshaft.
Zur Gerichtsverhandlung waren auch einige Verwandte aus Ungarn angereist, die sogar anboten, die Benzinkosten der Zeugen zu ersetzen. Das sei nicht notwendig, so der Richter. Bezahlt wurde aber der Schaden, der am Vorhängeschloss des Containers entstanden war: Zehn Euro.
„Unsere Firma wurde schon öfter heimgesucht, aber wir mussten immer Anzeige gegen Unbekannt erstatten“, berichtete ein Mitarbeiter der Spenglerei.
Die beiden Brüder wurden zu 18 Monaten, beziehungsweise 15 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, davon müssen sie sechs beziehungsweise fünf Monate absitzen, der Rest wurde auf Bewährung verhängt.
Ihr mehrfach vorbestrafter Kumpel muss für insgesamt 20 Monate ins Gefängnis. „Das Gericht geht davon aus, dass er nicht nur der unbeteiligte Chauffeur war“, so der Richter in seiner Urteilsbegründung.