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Es werden Posts vom Oktober, 2020 angezeigt.

Die teure Gattin aus dem Rotlicht-Milieu

Er hatte einen guten Job und ein seriöses Leben. Dann verliebte er sich in eine Prostituierte. Das war der Beginn einer großen Katastrophe. "Ich habe meine Gattin aus dem Rotlicht-Milieu geholt", berichtete der 27-jährige Angeklagte. Er zahlte der Frau die Scheidung in der Türkei und in Rumänien und finanzierte ihre Familie. "Das hat mich einiges an Geld gekostet", sagte der Mann. Als sein Vermögen verbraucht war und das laufende Gehalt als leitender Angestellter eines Möbelhauses nicht mehr reichte, wurde er straffällig. Als Inkassoberechtigter hatte der 27-Jährige Zugriff auf die Tageslosungen jenes Möbelhauses, in dem er arbeitete. Anfang Juli 2006 legte er die Einkünfte von drei Verkaufstagen nicht wie üblich in den Nachttresor, sondern nahm das Bargeld mit nach Hause. 19.840,66 Euro eignete sich der Angeklagte damals an. Zuvor hatte er schon in drei Fällen Bargeld nicht in der Firma abgeliefert, das er bei Kundinnen kassiert hatte. Drei Küchenblöcke hatte er zu...

Blaues Auge am Betriebsausflug

Die Belegschaft eines steirischen Unternehmens ließ es sich bei einem Betriebsausflug im burgenländischen Seewinkel im September 2006 richtig gut gehen. Am Freitagabend stand ein Spanferkelessen am Programm. Es wurde geschmaust und getrunken, ein richtiger "Mulatschag". Einige Kolleginnen und Kollegen wollten dann noch mit dem Taxi zu einem Fest in einer anderen Ortschaft fahren. Plötzlich gerieten zwei Männer in Streit. Es ging ums Zimmer für die Nächtigung. "Eine Kollegin sagte noch: Ihr seid ja erwachsene Menschen, hört's auf mit dem Blödsinn!", erinnerte sich eine Augenzeugin. Eine andere hatte beobachtet, dass sich die Herren "am Gewand packten". Dann seien die Männer ums Hauseck verschwunden. Was dort passierte, sahen nur die beiden Beteiligten. Das Opfer sagte: "Er drohte mir, er werde mir den Kopf abhacken!" Dann soll der 62-jährige Angeklagte seinem Kontrahenten einen Faustschlag aufs Auge verpasst haben. "Ich hätte 15 Zeugen br...

Das Testament der toten Tante

Dem 56-jährigen Pensionisten ging es finanziell nicht gut. 949 Euro Pension bekam er monatlich, 150.000 Euro Schulden machten ihm das Leben schwer. Die Zwangsversteigerung seines Einfamilienhauses durch die Bank war bereits anhängig. Am 7. Jänner 2003 war die Tante des 56-Jährigen verstorben. Ohne direkte Nachkommen. Am 3. März 2003 legte der Neffe am Bezirksgericht ein mit 16. November 2001 datiertes Testament vor, das ihn zum Universalerben über ein Vermögen von mindestens 150.000 Euro machen sollte. Zuvor hatte der 56-Jährige am 19. Februar 2003 am Bezirksgericht Einsicht in den Verlassenschaftsakt genommen und zu seinem Entsetzen festgestellt, dass die verstorbene Tante mit einem Testament vom 6. Oktober 2000 nicht ihn, sondern seinen Cousin zum Alleinerben eingesetzt hatte.  Der Cousin hatte auch bereits eine Erbsantrittserklärung abgegeben. "Dadurch wurde der Angeklagte seines erhofften Erbteiles beraubt", berichtete die Staatsanwältin. Das Verhältnis zwischen dem Pens...

"Des derf man nicht tuan"

Mit dem Geld sei sie nicht ausgekommen, sagte die beschäftigungslose 56-jährige Angeklagte im Juni 2007 vor Gericht. Von ihrem Mann war sie seit einem halben Jahr geschieden gewesen. Das Arbeitsmarktservice zahlte ihr 650 Euro im Monat. Wie zu Geld kommen? Die Arbeitslose hatte einen Bekannten. Dieser bekam monatlich seine Pension auf ein Konto bei der Postsparkasse überwiesen. Die Angeklagte rief in einer Postfiliale in Wien an und brachte die Kontonummer des Bekannten in Erfahrung. In einer Postfiliale am Land organisierte sie sich Ersatzschecks, trug die Daten ihres Bekannten ein und unterschrieb mit dessen Namen. "Ich habe der Schalterbeamtin den Scheck gezeigt, die hat mir das Geld gegeben." 2000 Euro. Damit kaufte die arbeitslose Frau im November 2006 Möbel und ließ ihr Auto reparieren. "Ich kannte die Angeklagte", sagte die Postmitarbeiterin. "Nach Postvorschriften dürfte ich das Geld nur dem Kontoinhaber geben." Sie habe Mitleid mit der Frau gehabt...

Polizist übte Selbstjustiz

Ein 43-jähriger Polizist sah Rot, als er die Nachricht von einer Vergewaltigung einer Jugendlichen auf den Tisch bekam. "Das könnte meine Tochter gewesen sein!", schoss es ihm durch den Kopf . Und dann legte er, wie es sein Verteidiger ausdrückte, "den Sheriffstern zur Seite". Der Name des 26-jährigen Verdächtigen war ihm bekannt. "Die ganze Zeit habe ich mir überlegt: Wie hole ich mir den?" In Uniform fuhr er alleine zur Wohnung des mutmaßlichen Vergewaltigers und holte ihn ab - unter dem Vorwand, ihn zu einem Portemonnaie-Diebstahl befragen zu wollen. Der Kollege wurde zu einem Verkehrsunfall gerufen, deshalb befragte der Polizist den Verdächtigen alleine. "Er gab zu, dass er meine Tochter in der Disco angestiegen hat", berichtete der Polizist vor Gericht. An Details habe sich der Verdächtige nicht erinnern können, zu viel Alkohol, zu viel Drogen... "Für mich war es ein Schock, dass er es tatsächlich war!", erinnerte sich der Polizist...

"Bin eh bei der Polizei!"

Ein 59-jähriger Verkehrsrowdy überholte riskant, schikanierte ein Ehepaar und gab sich als Polizist aus. 1600 Euro Geldstrafe wegen Amtsanmaßung. "Wir waren am Weg zum Einkaufen", erinnerte sich die 34-jährige Beifahrerin an die Fahrt am 2. Februar 2007. Ihr 35-jähriger Gatte, ein KFZ-Mechaniker, saß am Steuer. "Plötzlich sehe ich im Rückspiegel, dass kurz vor einer unübersichtlichen Kurve ein Auto schnell näher kam", berichtete der KFZ-Mechaniker vor Gericht. "Kurz vor der Kurve begann der Lenker zu überholen. Ich habe ihn angeblinkt, weil ich mir gefährdet vorkam. An dieser Stelle kann man einfach nicht überholen!" "Ich bin sehr erschrocken", ergänzte seine Gattin. "Es ist viel Verkehr auf dieser Straße. Ich habe nur gedacht, hoffentlich kommt uns keiner entgegen." Nach dem riskanten Überholmanöver lenkte der Fahrer abrupt zurück und setzte sich vor das Ehepaar. Mit provozierenden 60km/h ging es weiter bis in die nächste Ortschaft. Be...

Häftling organisierte Cannabiszucht

Während er eine zweijährige unbedingte Gefängnisstrafe absaß, kümmerte sich ein 48-jähriger Mann weiterhin fleißig um sein Drogengeschäft. "Man kann ihn als Hanfbauer bezeichnen", sagte der Staatsanwalt beim Prozess gegen den Häftling, der sich im April und Juni 2007 die Anklagebank mit seiner Freundin, einem Haftkumpel und vier weiteren Angeklagten teilte. Der Hauptangeklagte war wegen des Erzeugens großer Cannabismengen 2003 zu drei Jahren unbedingter Haft und 2005 zu weiteren zwei Jahren Haft verurteilt worden. Aus der Haft heraus und später als Freigänger betrieb dieser "Spiritus rector", so der Staatsanwalt, mit Unterstützung seiner Freunde im Jahr 2006 wiederum vier Cannabisplantagen. Zwei davon profitierten vom milden pannonischen Klima im burgenländischen Seewinkel, eine Plantage befand sich in Niederösterreich, eine weitere in einer Wohnung in Wien. Der Cannabisbauer wurde observiert. Ein Video zeigte ihn, wie er eine der burgenländischen Plantagen mit eine...

Blüte zu Papis 60er

Lustig sind manche Leute am Land. Immer zu Scherzen aufgelegt. Auch bei einem 60-jährigen Beamten in Ruhe rannte immer der Schmäh. Seine jüngste Tochter nannte er eine "Armenhäuslerin". Das wollte sie nicht auf sich sitzen lassen. Zu Papis 60er ließ sich die Lagerarbeiterin etwas Besonderes einfallen. Sie legte einen echten 200-Euro-Schein auf den Kopierer und fertigte eine Blüte an. Sorgfältig schnitt sie den falschen 200er aus und schob ihn mit einem echten Hunderter in ein Kuvert. Mit lieben Glückwünschen von der Tochter. "Ich dachte, irgendeinen Schmäh muss ich bringen. Weil er immer sticheln tut", sagte die wegen Geldfälscherei angeklagte 28-jährige Lagerarbeiterin vor Gericht. Am Samstag, 30. 9. 2006 hatte der Jubilar 70 Gäste ins Dorfwirtshaus eingeladen. Alle überreichten ihre Geldgeschenke, 2300 Euro für eine Wohnmobilreise durch Island kamen zusammen. In einem der vielen Kuverts steckte der falsche 200er. "Am nächsten Tag hat meine Frau das Geld herau...

Rasierklingen im BH

"Mit der Zeit kriegt man ein Gefühl dafür", sagte die Filialleiterin eines Drogeriemarktes. Sie hatte am 10. Jänner 2007 zwei Frauen - Mutter und Tochter - des Diebstahls überführt. "Die Mutter hat der Tochter etwas in den Ausschnitt gesteckt", berichtete die Filialleiterin. Das habe sie durch den Spion beobachtet. "Das ging so schnell! Das war ein Hammer!", wunderte sich die Filialleiterin. In kurzer Zeit hätten die beiden Frauen erstaunlich viele Waren im Gewand versteckt gehabt. Rasierklingen waren bei der 21-jährigen Tochter im BH verstaut, weitere Kosmetikartikel befanden sich in den Manteltaschen, Mantelärmeln und in den Handtaschen der Frauen. Sie habe, so eine Verkäuferin des Drogeriemarktes, die 40-jährige Mutter schon im Dezember 2006 beobachtet. "Vor Weihnachten ist sie einmal viel herumgeschlichen", sagte die Verkäuferin. "Sie dürfte bemerkt haben, dass wir sie beobachteten, und hat damals das Diebsgut im Geschäft hinter dem WC-P...