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Es werden Posts vom November, 2020 angezeigt.

Der Bankräuber und seine Raubersg'schicht

Elf Jahre nach einem Bankraub stand der mutmaßliche Täter endlich vor einem Schwurgericht. Die Story, die er im September 2007 vor Gericht auftischte, war abenteuerlich: Der 40-Jährige mit Wurzeln im ehemaligen Jugoslawien behauptete, ein Araber habe ihn zum Bankraub gezwungen.  Alles sei ein abgekartetes Spiel, die Bankmitarbeiterin als Geliebte des Arabers in den Coup eingeweiht gewesen. "Ich hatte mir in der Bäckerei eine Jause geholt", erinnerte sich die Bankangestellte an den Tag des Überfalls, den 6. August 1996. "Mir ist der Mann so komisch vorgekommen. Da steht nie einer um diese Zeit vor der Bank", sagte die 38-jährige Frau, die elf Jahre zuvor die Bankfiliale in der kleinen Ortschaft geleitet hatte. Sie habe die Bank auf- und hinter sich wieder zugesperrt. "Um 8 Uhr habe ich von innen beobachtet, dass er immer noch dort gestanden ist." Sie öffnete die Türe, der Kunde trat ein. "Er sagte, er braucht einen Kredit über 200.000 Schilling (ca. 15...

Schmiergeld und schwarze Kassen

"Ich habe von dem nicht einmal einen Namen gewusst!", schilderte der Ex-Geschäftsführer einer Mineralwasserfirma die Umstände einer Schmiergeldzahlung, die in den späten 1990er-Jahren erfolgte. Der Unbekannte habe ihm angeboten, beim Eintritt ins Geschäft mit einer deutschen Handelsfirma behilflich zu sein.  "Er wollte einen Betrag bei Abschluss, nämlich 100.000 D-Mark (50.000 Euro)", sagte der 57-jährige Ex-Geschäftsführer, der sich im September 2007 wegen Veruntreuung, Untreue und finanzstrafrechtlicher Vergehen vor Gericht verantworten musste. Zuvor sei bereits einmal Schmiergeld geflossen, und zwar an eine österreichische Handelskette. Drei Millionen Schilling (rund 218.000 Euro) seien damals bezahlt worden, behauptete der Angeklagte, und zwar mit Wissen des damaligen Eigentümers des Mineralwasserunternehmens, einer Bank. "So wie Sie es schildern, war es üblich, jemandem etwas für die Vermittlung zu bezahlen!", wunderte sich die Staatsanwältin. "E...

Pensionierte Tänzerin stahl in Kuranstalt Geld

"Ein bissl heftig war das alles", erinnerte sich die 51-jährige frühere Ballett-Tänzerin vor Gericht. "Mit Foto und Fingerabdruck fürs Verbrecheralbum." Mit den Gelddiebstählen in der Kuranstalt habe sie aber nichts zu tun. Ihr Geständnis bei der Polizei sei "unter Druck" zustande gekommen. "Ich hatte meine Handtasche an meinem Arbeitsplatz bei der Elektrotherapie, wo auch der Ultraschall gemacht wird", berichtete eine Mitarbeiterin der Kuranstalt. In Zukunft werde sie ihre Tasche einsperren. Die Tasche stand unter einem Therapiebett. Drei oder vier Patienten nahmen am Vormittag des 15. März 2007 die Elektrotherapie in Anspruch, auch die Angeklagte ließ sich behandeln. Irgendwann vermisste die Mitarbeiterin ihre Geldtasche, die sich in der Handtasche befunden hatte. "80 Euro Bargeld waren in der Geldbörse", berichtete die Mitarbeiterin der Kuranstalt über ihren Verlust. Außerdem habe sie für die Sperre der Bankomatkarte 30 Euro bezahlen...

Stringtanga am Gartentürl

"Mein Ego ist halt weg, dass mich eine so kleine Frau so zu Fall bringt", schmollte der 53-jährige Angeklagte bei der Verhandlung wegen fortgesetzten Stalkings, leichter Körperverletzung und gefährlicher Drohung Ende Juli 2007. Der Pensionist hatte seiner Ex-Freundin am 6. Mai 2007 einen schwarzen Stringtanga an das Gartentürl gehängt. "Bei Durchsicht meiner Wäsche habe ich das gefunden", erklärte der Angeklagte. "Hätte man das nicht eleganter lösen können?", fragte die Anwältin seiner Ex-Freundin. "Ich habe diese Frau geliebt!", schüttete der Angeklagte sein Herz aus. "Ich wollte, dass sie sich entschuldigt." "Zwei Monate haben wir zusammengelebt", berichtete die Ex-Freundin, die den Pensionisten mehrfach wegen Stalkings angezeigt hatte. "Das erste Jahr nach der Trennung war sehr turbulent. Auf Anraten sämtlicher Experten habe ich den Kontakt komplett abgebrochen", erzählte die Frau weiter. Mit dieser Kontaktsperre ...

Vier Rothirsche gestohlen

Am Morgen des 12. Juli 2006 machte der Besitzer eines burgenländischen Wildgeheges eine schlimme Entdeckung: "Clinton", "Ironman", "Abnormer" und "Geras" waren über Nacht verschwunden! Der Verlust der vier Rothirsche erregte medial großes Aufsehen. Das Drama nahm leider kein gutes Ende. Ein Jahr später mussten sich vier mutmaßliche Wilddiebe wegen des Hirsch-Diebstahls vor Gericht verantworten. Ein 48-jähriger Transportunternehmer und ein 41-jähriger Lebendviehhändler hatten die Entführung der Hirsche geplant. Beim Abtransport wurden sie von einem 50-jährigen Landwirt und einem 40-jährigen Unternehmer unterstützt. "Die vier haben sich abgesprochen", klagte der Staatsanwalt an. Um Mitternacht seien der Transportunternehmer und der Lebendviehhändler unter Mitnahme von Narkosegewehren in das Wildgehege eingestiegen und hätten die vier Tiere narkotisiert. Danach wurden die betäubten Hirsche mit zwei Fahrzeugen in ein Wildgehege im Waldviert...